15
Jul

Dem Datenschutz ist genüge getan

Wie Golem mitteilt, haben sich Google und Viacom nach heftigen Protesten von Datenschützer-Seite darauf geeinigt, dass Google zwar Daten zum Nutzerverhalten der You-Tube-User, nicht aber deren persönlichen Daten herausgeben muss, wie es gerichtlich festegelegt worden war.

In der Einigung heißt es:

Wenn die Daten aus der Logging-Datenbank nach Gerichtsbeschluss übergeben werden, soll der Beklagte die Angaben in den Feldern Nutzer-ID, IP-Adresse und Besucher-ID unter Beibehaltung der Eindeutigkeit ersetzen

15
Jul

Schöner sterben mit Kusch - hä???

Ich habe gerade eine E-Mail mit folgendem Betreff bekommen:

FORMBLITZ NEWSLETTER Nr. 003 07/2008 - Schöner sterben mit Kusch

Das hat mich jetzt doch etwas irritiert…wer wünscht mir den Tod an den Hals? Ob ich jetzt schöner sterben soll oder nicht ist mir schnuppe. Und ob mit oder ohne Kusch (wer oder was ist Kusch?) ist mir auch egal…Hängen bleibt nur: Ich soll sterben!

Der zweite Blick enthüllt den Absender: FORMBLITZ! Also die wünschen mir ein schöneres Sterben…Moment…Formblitz war doch gar kein Altersheim, Hospiz oder Beerdigungsinstitut, sondern eine kostnpflichtiges Downloadportal für Formularvorlagen. Dunkel (passend zum nahenden Tod!) erinnere ich mich, dass ich da mal ein Formular herunter geladen habe…war auch toll. Und sein Geld wert. Aber warum soll ich jetzt sterben?

Gut, also dann schauen wir uns doch den Newsletter, den die böse Schlagzeile einleitet, mal genauer an…da finde ich dann folgenden Text (Zitat):

Wenn es nach Roger Kusch geht, dann ist Sterbehilfe so selbstverständlich wie die wöchentliche Müllabfuhr: Bettina S., deren Tod Kusch aufzeichnete, hatte keine besonderen Probleme. Sie war weder sterbenskrank, noch litt sie unter schweren Depressionen. Sie wollte einfach nur nicht ins Altersheim. Dank Kusch wird der Tod auf Bestellung zum Lifestyle-Artikel einer zivilisationsmüden Gesellschaft, die schon dann nach dem begleiteten Suizid ruft, wenn der Enkel mal wieder den Geburtstag vergessen hat. War der Selbstmord früher ein Akt der Wahl nach individueller Qual, so verlangt der Lebensmüde heute nach den Bequemlichkeiten der Dienstleistungsgesellschaft. Schöner Sterben mit “Dr. Freitod”. Happy Hour in der Todes-Zone mit einem Cocktail aus Chloroquin und Diazepam. All credit cards accepted!

Ui. Das ist nun aber harte Tobak. Moment, war der Absender nicht ein Portal zum Download von Formularen?!? Bieten die jetzt auch Giftcocktails an??? Oder was wollen die mir damit sagen?

Es folgt einiger überleitender Blbabla zum Thema Sterbehilfe…

Und dann:

Wenn Sie jetzt schon eine Verfügung für den Fall treffen wollen, dass Sie selbst nicht mehr entscheiden können, dann sollten Sie eine Patientenverfügung von FORMBLITZ herunterladen.

Es folgt der Link zum kostenpflichtigen Download des Formulars (6,90 EUR als PDF, 7,90 EUR als Word Dokument, 8,40 EUR als Fax) und acht weitere Links zu anderen kostenpflichtigen Downloads (”Andere Personen, die sterben woll

ten, haben auch folgende Formulare heruntergeladen ;) ).

Das nennt man wohl Marketing mit der Holzhammer-Methode. Ein wenig an den Grenzen des guten Geschmacks, die mich ja eigentlich wenig interessieren. Aber in diesem Fall…

11
Jul

Fett oder magersüchtig?

Während es auf der einen Seite tönt, die Deutschen seien zu dick und der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und verbraucherschutz Seehofer die Ampelkennzeichnung für Lebensmitt fordert (SPON am 23. Mai 2008),  verbündet sich auf der anderen Seite die Gesundheistministerin Ulla Schmidt mit der Modeindustrie im Kampf gegen den Magerwahn (SPON am 11. Juli 2008).

Was denn nun? Sind wir zu fett oder zu magersüchtig?

<br />

Bring Me Doen” von Jaci Berkopec auf Flickr unter Creative Commons zur Verfügung gestellt.

09
Jul

Sterben für jedermann?

Wie angekündigt ist jetzt das Buch “Wege zu einem humanen, selbstbestimmten Sterben” der Stiftung WOZZ (Wettenschappelijk Onderzoek naar Zorgfuldige Zefldoding) in deutscher Sprache erschienen.

Dieses Buch ist äußerst umstritten. Stellt es doch dar, welches die sichersten und damit “besten” Methoden zur Selbsttötung sind und schreckt dabei auch nicht davor zurück, Namen und Dosierungen tödlicher Medikamente zu nennen. Darüber hinaus warnt das Buch aber auch vor “unsicheren” Methoden, bei deren Mißlingen zum Beispiel mit schweren Hirnschädigungen zu rechnen ist.

Die Anleitungen in diesem Buch sind für schwerkranke oder hochbetagte Menschen gedacht, für die eine Lebensverlängerung nicht mehr erträglich wäre.

Aber wer garantiert, dass nicht auch andere erkrankte Personen nach diesem Buch handeln? Personen nämlich, die an psychischen Störungen leiden, die mit erhöhtem Suizidrisiko einhergehen….Oder haben auch diese Menschen ein Recht auf eine Anleitung zum humanen Sterben?

Wer kann beurteilen, wann die Entscheidung einer Person für den Tod gerechtfertigt ist und wann nicht?

Eigentlich würde ich gerne diesem Buch einen Prolog aus Camus “Mythos von Sysiphos” voranstellen…

Es gibt nur ein wirklich ernstes philosophisches Problem: den Selbstmord. Sich entscheiden, ob das Leben es wert ist, gelebt zu werden oder nicht, heißt, auf die Grundfrage der Philosophie antworten. Alles andere − ob die Welt drei Dimensionen und der Geist neun oder zwölf Kategorien hat − kommt später. Das sind Spielereien;erst muss man antworten.

[..]

Der absurde Mensch sagt ja, und seine Anstrengung hört nicht mehr auf. Wenn es ein persönliches Geschick gibt, dann gibt es kein übergeordnetes Schicksal oder zumindest nur eines, das er unheilvoll und verachtenswert findet. Darüber hinaus weiß er sich als Herr seiner Tage. In diesem besonderen Augenblick, in dem der Mensch sich seinem Leben zuwendet, betrachtet Sisyphos, der zu seinem Stein zurückkehrt, die Reihe unzusammenhängender Handlungen, die sein Schicksal werden, als von ihm geschaffen, vereint unter dem Blick seiner Erinnerung und bald besiegelt durch den Tod. Derart überzeugt vom ganz und gar menschlichen Ursprung alles Menschlichen, ein Blinder, der sehen möchte und weiß, daß die Nacht kein Ende hat, ist er immer unterwegs. Noch rollt der Stein. […] Dieses Universum, das nun keinen Herrn mehr kennt, kommt ihm weder unfruchtbar noch wertlos vor. Jeder Gran dieses Steins, jedes mineralische Aufblitzen in diesem in Nacht gehüllten Berg ist eine Welt für sich. Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“

09
Jul

Tribal DDB eröffnet neues Büro

Jetzt wissen wir auch, wohin das Geld geflossen ist, das Tribal DDB mit der neuen Telekom-Kampagne verdient hat. Werben & Verkaufen meldet heute nämlich, dass Tribal DDB ein neues Büro in Berlin eröffnet…und Agentur-Büros sind ja in der der Regel nicht unbedingt die bescheidendsten ;).

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