Gestern habe ich ja ziemlich enthusiastisch über den neuen Werbespot der Telekom berichtet, die damit den Slogan ihrer neuen Dachmakrenkampagne “Erleben, was verbindet” einführt. Wobei mein Enthusiasmus sich ja eher auf den Spot selbst und nicht auf die beworbene Telekom bezog…
Glücklicherweise führt die Telekom nicht nur eine neuen - diesmal für alle Bereiche einheitlichen - Slogan ein, sondern sie hat endlich gemerkt, dass der Kunde mit T-com, T-online, T-mobile, T-systems, T-Punkt, T-lefon und all den anderen T-s der Telekom zumindest ein klein wenig überfordert war.
Wurde aber auch Zeit.
Die Telekom reagiert auf diese weise Erkenntnis mit einer vereinfachten Markenarchitektur: Es gibt “nur” noch T-Home (Angebote für zu Hause), T-Mobile (Angebote für unterwegs), T-Systems (Angebote für Geschäftskunden). Damit ist zumindest T-com schon mal gestorben. Der alte Link t-com.de führt bereits zum neuen T-Home…
T-Online scheint noch zu kränkeln, denn zumindest das unvermeindliche Portal t-online.de existiert noch in all seiner Buntheit und inklusive Fremdwerbung *dertelekomvogelzeig*. Und verursacht wahrscheinlich weiterhin epileptische Anfälle und Augenkrebs. Nur für den Fall, dass dieses wunderbare Beispiel webtechnischer Entgleisung irgendwann dem Betrachtet nicht mehr zur Verfügung stehen sollte, habe ich hier mal einen kleinen Screenshot als Bildzitat eingefügt.

Das muss man erstmal auf sich wirken lassen…
Doch widmen wir uns wieder der schöngeistigen Seite der neugeborenen T-lekom. Allen denen, die sich jetzt von dem pop-art-artigen Farbfeuerwerk erholen möchten, das T-Online veranstaltet, empfehle ich noch, sich noch einmal ganz in Ruhe dem neuen Werbespot mit Paul Pott hinzugegeben.
Je öfter ich mir den Spot anschaue, desto überzeugter bin ich übrigens, dass es sich hier nicht etwa um eine neue Imagewerbung für die T-kel (kom), sondern dass hier in Wirklichkeit Schleichwerbung für Paul gemacht wird. Mal ehrlich - wer gewinnt denn hier an Sympathie? Doch nicht etwa der quasimonopolistisches Kommunikationsriese Telekom, sondern der etwas schiefzähnige, leicht dickliche und schüchtern drein blickende Paul!
Da frage ich mich natürlich: Wer hat das verbrochen? Welche Agentur ist so dreist, einem wahrlich potenten Kunden Schleichwerbung für diesen Pavarotti der Herzen unterzujubeln?
Bei Werben & Verkaufen findet sich die Antwort. Für die gesamte “Erleben, was bewegt”-Kampagne zeichnet sich die derzeitige Haupt-Kreativ-Agentur der Telekom Tribal DDB verantwortlich, der wir auch schon die absolut unverständlich Congstar-Werbung zu verdanken haben. Wahrscheinlich gibt es immer noch Leute, die Congstar für eine neue Fast-food-Kette halten… Oder eine neue Turnschuhmarke. Ich empfehle übrigens mal einen Besuch der Website von Tribal DDB. Über tribalddb.de gelangt man erst auf eine Splashpage, danach auf ein Flash-Intro, das sich in einem Pop-Up öffnet (!!!) und landet dann enlich auf der Homepage, die ebenfalls ganz inFlash gestaltet ist. Ich empfehele den Machern von Tribal DDB mal das Essay von Gerrit van Aaken auf praegnanz.de “Dinge, die man einfach nicht mehr macht…”
So, nun gibt es erstmal Frühstück.