06
Jul

Tribal DDB - Werbung für wen?

Gestern habe ich ja ziemlich enthusiastisch über den neuen Werbespot der Telekom berichtet, die damit den Slogan ihrer neuen Dachmakrenkampagne “Erleben, was verbindet” einführt. Wobei mein Enthusiasmus sich ja eher auf den Spot selbst und nicht auf die beworbene Telekom bezog…

Glücklicherweise führt die Telekom nicht nur eine neuen - diesmal für alle Bereiche einheitlichen - Slogan ein, sondern sie hat endlich gemerkt, dass der Kunde mit  T-com, T-online, T-mobile, T-systems, T-Punkt, T-lefon und all den anderen T-s der Telekom zumindest ein klein wenig überfordert war.

Wurde aber auch Zeit.

Die Telekom reagiert auf diese weise Erkenntnis mit einer vereinfachten Markenarchitektur: Es gibt “nur” noch T-Home (Angebote für zu Hause), T-Mobile (Angebote für unterwegs), T-Systems (Angebote für Geschäftskunden). Damit ist zumindest T-com schon mal gestorben. Der alte Link t-com.de führt bereits zum neuen T-Home…

T-Online scheint noch zu kränkeln, denn  zumindest das unvermeindliche Portal t-online.de existiert noch in all seiner Buntheit und inklusive Fremdwerbung *dertelekomvogelzeig*. Und verursacht wahrscheinlich weiterhin epileptische Anfälle und Augenkrebs. Nur für den Fall, dass dieses wunderbare Beispiel webtechnischer Entgleisung irgendwann dem Betrachtet nicht mehr zur Verfügung stehen sollte, habe ich hier mal einen kleinen Screenshot als Bildzitat eingefügt.

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Das muss man erstmal auf sich wirken lassen…

Doch widmen wir uns wieder der schöngeistigen Seite der neugeborenen T-lekom. Allen denen, die sich jetzt von dem pop-art-artigen Farbfeuerwerk erholen möchten, das T-Online veranstaltet, empfehle ich noch, sich noch einmal ganz in Ruhe dem neuen Werbespot mit Paul Pott hinzugegeben.

Je öfter ich mir den Spot anschaue, desto überzeugter bin ich übrigens, dass es sich hier nicht etwa um eine neue Imagewerbung für die T-kel (kom), sondern dass hier in Wirklichkeit Schleichwerbung für Paul gemacht wird. Mal ehrlich - wer gewinnt denn hier an Sympathie? Doch nicht etwa der quasimonopolistisches Kommunikationsriese Telekom, sondern der etwas schiefzähnige, leicht dickliche und schüchtern drein blickende Paul!

Da frage ich mich natürlich: Wer hat das verbrochen? Welche Agentur ist so dreist, einem wahrlich potenten Kunden Schleichwerbung für diesen Pavarotti der Herzen unterzujubeln?

Bei Werben & Verkaufen findet sich die Antwort. Für die gesamte “Erleben, was bewegt”-Kampagne zeichnet sich die derzeitige Haupt-Kreativ-Agentur der Telekom Tribal DDB verantwortlich, der wir auch schon die absolut unverständlich Congstar-Werbung zu verdanken haben. Wahrscheinlich gibt es immer noch Leute, die Congstar für eine neue Fast-food-Kette halten… Oder eine neue Turnschuhmarke. Ich empfehle übrigens mal einen Besuch der Website von Tribal DDB. Über tribalddb.de gelangt man erst auf eine Splashpage, danach auf ein Flash-Intro, das sich in einem Pop-Up öffnet (!!!) und landet dann enlich auf der Homepage, die ebenfalls ganz inFlash gestaltet ist. Ich empfehele den Machern von Tribal DDB mal das Essay von Gerrit van Aaken auf praegnanz.deDinge, die man einfach nicht mehr macht…

So, nun gibt es erstmal Frühstück.

8 Kommentare

  • Nicole Said:

    Ohjeh, so ein Screenshot vom t-portal gleich morgens? Ei, dass muss ich jetzt erstmal verdauen ;-) Ich war ganz ehrlich gesagt noch nie auf dem t-portal gewesen: einfach nur krass… - aber hauptsache die Buttons unter “meine Dienste” sind mit “Web 2.0 Verlauf”…. ;-) mein gott walther.

    Was tribalddb angeht: Ich frage mich immer wieder, wie SO eine Agentur SO große Kunden wie das große T gewinnt. Sind die IT-Entscheider denn alle blind?!

  • Schockbild zum Sonntag Said:

    [...] Eli bin ich heute auf das Telekom Portal gestolpert. Wow. Ich gebe zu ich war noch nie auf dem Telekom [...]

  • Gossip Reporter Said:

    Hallo, bin hier zum ersten mal und freue mich, einen so genialen Blog vorzufinden! Ein hammerdesign, gefällt mir richtig gut.
    Und der Artikel zur Telekomm ist auch nach meinem Geschmack geschrieben. …Telekom…ein Thema für sich. Ich selbst bin jahrelang bereits dort Kunde und fühle mich sehr wohl, auch wenn es günstigere Anbieter gibt. Die Webseiten sind, wie du bereits gesagt hast, sehr mit Werbung zugemüllt und auch sehr unübersichtlich. Nach ein paar Klicks, so geht es mir, weiß man nicht mehr wo man ist. Ich denke es wird höchste Eisenbahn da mehr Kundenfreundlichkeit rein zu bringen.

  • Online-Leben » Re: Einfach mal sachlich bleiben! - Online-Durchsuchung plus Online-Durchsic… Said:

    [...] onlineist schon lustig, wie hier beim Thema Online-Durchsuchungen immer > schnell die Stichworte “Nazis” und “Stasi” fallen. Die Stasi hat schliesslich auch heimlich durchsucht. Alle anderen Polizeibehoerden von demokratischen westlichen Staaten durchsuchen oeffentlich. > Fakt ist doch, dass jährlich nur ca. 10-15 Online-Durchsuchungen > geplant sind. Wer das glaubt, wird selig. Technisch kann man locker 20 Mio. Computer in der Bundesrepublik auf diese Weise pro Jahr durchforsten, wenn das Personal reicht. Anstatt 10-15 wird man eher 10-15 TAUSEND pro Jahr anstreben! > AUsschließlich (!) bei sehr schweren Straftaten. Also > bei Islamfaschisten und Kinderschändern. Das glaubst auch nur Du. Was meinst Du, weshalb man so gierig danach ist. Hast Du uebrigens schon davon gehoert, dass bald sogar dank einer Gesetzesverschaerfung bei normalen Erotikfotos der Verdacht von Kinderpornographie im Raum stehen kann? U.a. soll die Altersgrenze in der Definition von Kinderpornographie auf 18 Jahre und jung aussehende Erwachsene (was immer das heissen mag) ausgedehnt werden. > Dabie wird durch Gesetze ganz genau festgelegt, wer wann wen wieso > (Online-)Durchsuchen darf. Zusätzlich muss jeder Einzelfall von einem > Staatsanwalt genehmigt werden. Aber es soll niemand erfahren, wie oft so geschnueffelt wird. Da liegt die Gefahr des massenhaften Einsatzes. > Ich meine es ist ja auch logisch, dass man sowas braucht. Man darf ja > schliesslich bereits die Telefone, Wohnungen und Briefpost dieser > Kriminellen abhören/mitlesen. Da ist es ja klar, dass der Computer > kein rechtsfreier Raum sein darf. Sonst würden die Bombenleger ja gar > nicht mehr miteinander telefonieren, sondern sich nur noch Mails > schreiben! E-Mails darf man schon lange abhoeren und Computer darf man beschlagnahmen. Nur darf man nicht heimlich ueberall schnueffeln und das ist gut so. > Aber leider scheint es im Heise-Forum ja momentan “in” zu sein, seine > Paranoia zur Schau zu stellen, anstatt vernünftig die Sachlage zu > betrachten. Das ist keine Paranoia, sondern das sind Schlussfolgerungen aus Polizeiaktionen, die seit 2-3 Jahren liefen. Massenhaft hat man schon ausgerechnet Leistungstraeger der Gesellschaft unter Generalverdacht gestellt und kriminalisiert, etwa weil ein Dipl. Elektroingenieur es noch wagt, seinen Beruf in Deutschland auszuueben und eine Platine aetzen zu wollen. Wer einen solchen Polizeistaat wuenscht, der muss sowas befuerworten. [...]

  • Tribal DDB eröffnet neues Büro | eliwagar Said:

    [...] wissen wir auch, wohin das Geld geflossen ist, das Tribal DDB mit der neuen Telekom-Kampagne verdient hat. Werben & Verkaufen meldet heute nämlich, dass [...]

  • shazoo Said:

    Hi,
    ich sollte jetzt auch mal meinen Stoff dazu geben, Sorry ;)

    Alllsoo
    Die Telekom ist schon lange in diese 3 Teile aufgeteilt. Nur hier hat sich der Author keine Mühe gemacht zu recherchieren. Desweiteren ist das jedem klar geworden nder nur die Augen aufgemacht hat, soviel Werbung wurde darum gemacht. Nun weiß ich nicht wieso du es nicht mitgekriegt hast, weil es scheint doch so als würdest du große Unternehmen studieren…

    Okay ich geb jetzt mal klar zu das T-Online-Portal ist schon von all den Farben vergewaltigt, aaaaber da sich die Telekom mit diesem Portal auch ziemlich Mühe gibt, ist dies wohl das aktuellste und vollständigste User-Portal oder? Da gibst du mir doch Recht?

    Okay nun gehts ab zum Werbespot:
    neun Zehntel von Deutschland würde den Paul Pott garnicht kennen durch diesen Werbespot.
    Und dazu kann ich auch nur sagen das das keine Produktwerbung ist, sondern eine Firmenwerbung. Die sehr gut gewählt wurde, denn nun sagt jeder der Telekom Werbespot, sogar du also Telekom-Hasserin, merkste was?. Obwohl du oben etwas anderes behauptest.

    Und zum richtigen Hintergrund: So wie du dich mit diesem Thema auseinandersetzt, müsstest du eigentlich wissen. Das dieser Paul Pott Mobilfunk-Händler war/ist.
    Genau darum geht es, Das zeigt doch “die-neue-telekom”. Sich trauen.

    Kurz mal angeschnitten:
    das Congstar Logo sieht doch überhaupt nicht dem Converse Logo ähnlich.

    So ich hoffe du kannst mit meiner Kritik umgehen und hoffe falls du antwortest, dann aber normal.

    So long, shazoo

  • eli Said:

    Hi Shazoo,

    natürlich kann ich mit Kritik umgehen…ich freue mich vor allem, wenn jemand seinen Senf dazu gibt, der etwas mehr darüber zu wissen scheint.

    Nicht ganz so nett sind die einzelnen Hiebe zwischen den Zeilen, aber die stecke ich gerne weg ;).

    Die Theorie, dass Paul Pott ausgwählt wurde, weil er Telekom-Händler war, hatte ich (wie viele andere) ja auch schon, aber hätte dannd ie Telekom das nicht ein wenig deutlich machen sollen? Wo doch - wie Du ja selbst schreibst - kaum jemand in Deutschland Paul Pott kennt. Cool wäre doch gewesen, vorher Paul Pott z.B. in seinem Telefonladen zu zeigen.

    Ich bin übrigens keine Telekom-Hasserin…aber über gewisse Dinge darf man sich doch wundern, oder?

    Liebe Grüße

    Eli

  • Alirion Said:

    @Shazoo

    als potentieller Kunde und Zugehörigkeit zur Zielgruppe (letzteres vermute ich einfach mal), spricht mich die Telekom-Werbung eben nicht an. Ich habe sie gerade nochmals gesehen; Die Darbietung von Paul Pott bleibt im Gedächtnis hängen, das Unternehmen, welche diese im Werbespot zum Imagetransfer benutzt, leider überhaupt nicht.
    Das Unternehmen ist einfach austauschbar, da nützt es auch nichts, das Herr Pott in England in einem Mobilfunkladen gearbeitet hat. Denn dies wird im Spot überhaupt nicht thematisiert.

    Zum Telekom-Portal: Was “Sich Mühe geben” in einem Arbeitszeugnis bedeutet, muss ich wohl nicht erläutern.Sogar eine reine Informationssammlung kann zwar vollständig sein, wenn die benötigten Infos aber nicht gefunden werden können, ist es eine schlechte Sammlung.
    Für ein Portal gilt dies umso mehr, da es sich eben NICHT um eine reine Ansammlung von Infos handelt. Die Übersicht ist “unter aller Sau”, und das hat nichts mit den Farben zu tun.

    Und trotz Dauerbeschuss mit “Paint it black” und “Nessun Dorma” ist mir gerade in diesem Moment wieder nicht die richtige URL des Telekom-Portals eingefallen.
    Gute Werbung ist auch in der Theorie etwas anderes.

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